Am 23. Januar findet in Olten die dritte Fachtagung zum Thema Eingliederungsmanagement statt. Rund 120 Teilnehmende sind eingeladen zum interdisziplinären und interprofessionellen Austausch zwischen Expertinnen und Praktikern im Eingliederungsmanagement und zur kritischen Reflexion von Theorie und Praxis.

(fhnw)

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Eingliederungsmanagement hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. "Insbesondere im Kontext von Unternehmen, Sozialversicherungen und privaten Versicherungen, Sozialfirmen und sozialen Institutionen werden verstärkt Anstrengungen unternommen und Massnahmen eingeführt, um ein Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern", sagt Tagungsleiter Thomas Geisen vom Institut Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. "Oder um die Erst- oder Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern."

Neue Kompetenzen erforderlich

Im Kontext dieser Entwicklungen haben sich auch die Anforderungen an im Eingliederungsmanagement tätige Professionelle verändert. "Das Konzept Eingliederungsmanagement trägt diesen neuen Anforderungen Rechnung, indem es systematisch die professionelle Fallbearbeitung mit Fragen von Organisations- und Personalentwicklung verknüpft", erklärt Geisen. Für die erfolgreiche Gestaltung von Unterstützungsprozessen im Eingliederungsmanagement sind professionelle Fähigkeiten und Kompetenzen eine wichtige Voraussetzung. Im Rahmen der 3. Fachtagung Eingliederungsmanagement steht daher die Auseinandersetzung über Zielgruppen, Handlungsansätze und Methoden im Mittelpunkt.

Zielgruppen, Handlungsansätze und Methoden

Veränderungen in der Arbeitswelt und sozialstaatliche Transformationsprozesse rücken neue Zielgruppen im Bereich der Arbeitsintegration in den Vordergrund. Damit gewinnen vielfältige Handlungsansätze und Methoden der Sozialen Arbeit ebenfalls neu an Bedeutung für eine erfolgreiche Reintegration in die Erwerbsarbeit. "Besondere Herausforderungen für Massnahmen zur Reintegration ergeben sich dabei beispielsweise im Zusammenhang mit der Prekarisierung von Arbeitsplätzen", so Geisen.

Die Fachtagung richtet sich an im Eingliederungsmanagement tätige Personen in Unternehmen, Sozialen Diensten, Sozialversicherungen (insbesondere IV und RAV) und privaten Versicherungen (insbesondere Krankentaggeldversicherungen, Lebensversicherungen und Pensionskassen), Sozialarbeitende, die mit Fragen von Arbeitsintegration und Eingliederungsmanagement befasst sind, Entscheidungstragende in Politik, Gewerkschaften, Unternehmen, Sozialen Diensten, Sozialversicherungen und
privaten Versicherungen.

Tagungsleiter Thomas Geisen vom Institut Integration und Partizipation der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW beleuchtet in seinem Vortrag neue Herausforderungen für Professionelle im Eingliederungsmanagement. Über das "Case Management als Verfahren in der Arbeitsintegration" referiert Peter Löcherbach von der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit Mainz (Deutschland). Heiko Bennewitz vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz stellt in seinem Vortrag "Handlungsansätze und Organisation der Integration junger Menschen" vor.

In zehn Workshops wird ein breites Themenspektrum im Bereich des Eingliederungsmanagements behandelt: Falldynamik und Interventionsplanung, die Rolle von Beteiligten, Unterstützungsprozesse, Beratung und Coaching im Eingliederungsmanagement, Menschen mit Beeinträchtigung in der Arbeitsintegration, die Unterstützung von Jugendlichen in Übergängen in die Erwerbsarbeit, kompetenzorientiertes Eingliederungsmanagement in der Praxis, die Methode des biografischen Erzählens sowie die Beratung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen bilden die thematischen Schwerpunkte der Workshops. Henry Harder von der University of Northern British Columbia in Prince George, Kanada, widmet seinen Workshop in englischer Sprache dem Thema "The Challenge of Mental Health in Disability Management".

Weitere Informationen finden sich unter www.fachtagung-eingliederungsmanagement.ch.

Die Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW ist die grösste Hochschule für Soziale Arbeit der Deutschschweiz, mit Standorten in Basel und Olten. Im Bereich Ausbildung in Sozialer Arbeit bietet sie ein Bachelor-Studium und ein eidgenössisch akkreditiertes konsekutives Master-Studium an. Aktuell sind rund 1300 Studierende sowie rund 1000 Teilnehmende einer Weiterbildung an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW eingeschrieben.

21.01.2014 | 1497 Aufrufe

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