«Möchten Sie gerne einen Arsen-Weihnachtskringel oder einen Zyankali-Spekulatius probieren?» fragten am Sonntag die Engel auf den Zürcher Strassen. Viele Passanten blieben daraufhin irritiert, teils schockiert, stehen, wurden dann aber gleich über den Hintergrund dieser Aktion aufgeklärt. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) zeigte mit der Aktion «Vergiftetes Weihnachtsgebäck» auf, dass die Ergebnisse von Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind.

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Ist der Mensch ein Schaf, ein Affe oder ein Huhn? (Foto: agstg.ch)

Jährlich werden in der Schweiz mehr als 600 000 Tiere in Tierversuchen verbraucht. Bei vielen dieser Versuche wird getestet ob ein Wirkstoff giftig ist oder nicht.
«Die Sicherheit der Konsumenten ist wichtig. Menschen sind aber keine 70kg-Ratten. Der Mensch wie jede Tierart reagieren oft vollkommen anders auf diverse Wirkstoffe und Gifte.» moniert Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG und fügt einige Beispiele bekannter Gifte an: «Z.B. ist Arsen für Schafe und andere Wiederkäuer auch in hohen Dosen verträglich. Dasselbe gilt für Strychnin für Affen, Hühner und Meerschweinchen und ebenso für Zyankali für Schafe, Kröten und Stachelschweine.»

Thomas Hartung vom «Center for Alternatives to Animal Testing», belegt mit einem Artikel in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift «Nature», dass rund 60% der Stoffe, die in Tierversuchen als giftig eingestuft und deshalb nicht weiter untersucht werden, für Menschen ungiftig sind. Sowie dass handkehrum bis zu 40% der für uns giftigen Stoffe im Tierversuch nicht erkannt und somit für Menschen als ungiftig erklärt werden. Je nach eingesetzter Tierart führen Giftigkeitsversuche zu vollkommen verschiedenen Ergebnissen. Daraus Rückschlüsse auf die Wirkung auf Menschen zu ziehen ist verantwortungslos und sehr gefährlich.

Viele Schweizer teilen ihr Zuhause mit einer Katze. Die Besitzer kennen den Charakter und die Vorlieben ihres Haustiers. Und viele wissen, dass für Katzen Medikamente und Wirkstoffe wie Aspirin, Paracetamol, Phenylbutazon, Morphium, Digoxin und viele mehr gefährlich bis teils sogar tödlich sind. Tierhalter wissen, dass man einem Hund nur Medikamente für Hunde, einem Pferd nur Medikamente für Pferde und einem Hamster nur Medikamente für Hamster geben darf. Wie sollten also Tierversuche mit an Katzen, Hunden, Pferden oder Hamstern getesteten Medikamenten Rückschlüsse auf deren Wirkung bei Menschen liefern?

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner fordert seit langem die konsequente Förderung und Anwendung von tierversuchsfreien Forschungsmethoden, statt der Verschwendung von Geldern für gefährliche, unzuverlässige Testmethoden. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein klarer Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche. Mit diesen Methoden können viel genauere Rückschlüsse auf die Wirkung bei Menschen gezogen werden.
Um die Patientensicherheit zu erhöhen fordert die AG STG die Abschaffung aller Tierversuche, um damit den Weg für schnellere, preiswertere und vor allem zuverlässigere Testmethoden freizumachen.

23.12.2013 | 1388 Aufrufe

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