Das Transportation Center der ETH Lausanne (TraCE) hat im Auftrag der PostAuto Schweiz AG deren Passagierdaten analysiert. Dabei zeigte sich: Ein dichterer Fahrplan führt zu einer überdurchschnittlichen Zunahme von Fahrgästen.

(mgt/post)

Das Angebot an Postautos bestimmt auch die Nutzung (Foto: post/zvg)

In Zusammenarbeit mit dem Transportzentrum der ETH Lausanne startete PostAuto 2009 ein umfangreiches Forschungsprojekt zum öffentlichen Verkehr und zur kombinierten Mobilität. Diese vom Innovationsfonds der Schweizerischen Post finanzierte Studie liefert wichtige Er-kenntnisse für die Weiterentwicklung des Angebots von PostAuto. Die Forscher der drei be-teiligten Labors (CEAT, LASUR und TRANSP-OR) haben die Daten des automatischen Fahr-gastzählsystems von 147 PostAuto-Linien der drei Regionen Wallis, Ost- und Nordschweiz aus vier Jahren (2007-2010) ausgewertet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Eine Kadenzerhö-hung der PostAuto-Kurse führt zu mehr Fahrgästen. Bei den ausgewerteten Linien nehmen die Fahrgastzahlen durchschnittlich um knapp 15% zu, wenn die PostAuto-Kadenz um rund 7,5% erhöht wird. Je nach untersuchter Region und Kontext gibt es allerdings Abweichun-gen.

Das Potenzial von Linien mit hoher Kurskadenz

Im Allgemeinen zeigt die Studie, dass auf Linien mit höherer Kurskadenz (mehr als zehn Hin- und Rückfahrten pro Tag) ein zusätzlicher Kurs eher neue Fahrgäste anzieht als auf Linien mit niedriger Kadenz (weniger als zehn Kurspaare pro Tag). Ein zusätzlicher PostAuto-Kurs auf diesen Linien bringt durchschnittlich 26 neue Fahrgäste. Aus Sicht der Kunden umfasst ein pendlerfreundliches PostAuto-Angebot mindestens zwölf Kurspaare. Tatsächlich nehmen Fahrgäste das Angebot von PostAuto eher in Anspruch, wenn auf der Linie von morgens bis abends mindestens einmal pro Stunde ein Postauto verkehrt.

Mehr Fahrgäste in Richtung Bahnhof und Stadtzentren

Die Studie zeigt auf, wie PostAuto im Auftrag der Besteller in den letzten Jahren, das Ange-bot an das Mobilitätsverhalten der Fahrgäste angepasst hat. Das Angebot auf den Zubringer-linien zu den Bahnhöfen und von der Peripherie in die städtischen Zentren konnte ausgebaut werden. Diese Linien erreichen die höchste Zunahme bei den Fahrgastzahlen. In Bahnhofs-nähe ist diese Zunahme am höchsten. Das bestätigt die wichtige Rolle von PostAuto in einem Verkehrssystem, das auf Ballungszentren und Bahnhöfe ausgerichtet ist und dadurch die kombinierte Mobilität gewährleistet.

Ein Hilfsmittel für die Planung

Die PostAuto Schweiz AG gewinnt dank dieser Studie wertvolle Erkenntnisse darüber, welche Faktoren, die Nachfrage beeinflussen. Sie erhält dadurch wertvolle Hinweise, wie sie ihre Angebotsplanung noch weiter verbessern kann. Wie erwartet, haben Angebotsausbauten der PostAuto-Linien in der Umgebung von Ballungszentren, sowie Zubringerlinien zum Schienennetz ein wesentliches Potenzial an zusätzlichen Fahrgästen. Dies gilt auch bei touris-tischen Linien – sofern diese an das Eisenbahnnetz angeschlossen sind. Und bei sehr gut fre-quentierten Linien, deren Fahrkadenz abends erhöht wird. «Diese Studie ist eine wertvolle Grundlage für den Austausch mit unseren Auftraggebern – Bund, Kantonen und Gemeinden –, da sie aufzeigt, wie auf PostAuto-Linien mit Hilfe zusätzlicher Kurse mehr Kunden angezo-gen werden können», sagt Gregor Ochsenbein, Projektleiter bei der PostAuto Schweiz AG. Im Rahmen dieser Studie entwickelten die Forscher der ETH Lausanne sowohl quantitative wie auch qualitative Analysetools zur Bestimmung der Faktoren, die die Mobilitätswahl be-einflussen.

15.02.2013 | 1408 Aufrufe

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