Im Jahre 2003 haben die Freilichtspiele Grenchen ihre ersten erfolgreichen Schritte – damals noch im Park des Parktheaters - zu einer Grenchner Kulturtradition mit dem Stück DIE EULE gemacht. Den Produktionen zugrunde liegt immer ein Thema, das in irgendeiner Form mit Grenchen zu tun hat. Allerdings geht es der Regisseurin und Autorin nie darum, historisierende Stücke zu bringen. Es geht ihr immer um ein allgemeines Thema, um Menschliches … all zu Menschliches.

(img)

Szenenbilder aus der Probe des Freilichtspiels in Grenchen (Foto: zvg)
 
2013 feiern die Freilichtspiele Grenchen nun ihren 10. Geburtstag und zwar erneut mit einer ganz besonderen Produktion. Besonders,. was das Thema anbelangt: Es geht um Uhren und Zeit. Besonders, was die Inszenierung anbelangt: es wird ein Singspiel gegeben. Nicht nur gibt es vom Text her eine Uraufführung, nein auch vom musikalischen her. Vier Grenchner Profimusiker (Silvan Bolle, Peter Schenker, Bruno Schaad und Ruwen Kronenberg) komponieren die Lieder und treten als die Band LES RUBIS bei den Spielen selber auf. Damian Meier studiert die Solistenparts und den Chor ein, unterstützt durch Susi Reinhart.
 
Die Zeit fasst Fuss
 
In Geranienburg geht alles seinen gemächlichen Gang. Man lebt zyklisch nach den Regeln der Natur und dem eigenen Lebensrhythmus, Tages- und Jahreslauf. So sieht der Älteste des Dorfes, Peter (Edi Fiechter) mit seinen 90 Jahren den Lauf des Lebens ganz anders als der junge Rüedu (Roland Favre), der sich zusammen mit den andern Jungen gegen das Althergebrachte wehrt und mehr vom Leben erwartet als Kühe melken und mit den Hühnern ins Bett zu gehen. Der Ammann (Kari Amsler) will  Wohlstand und Wachstum ins Dorf bringen. Ihm fehlt aber die zündende Idee. Da erscheinen zwei Figuren Till und Tim, die den Leuten Zeit resp. Zeitmessung verkaufen.

Till (Tom Muster) und Tim (Andrim Brunner) sind Trixter,  die plötzlich auftauchen, als Idee? Als Schelme? Sie schaffen es, dass  die Uhrenindustrie Fuss im Dorf fasst. Ab jetzt stehen sich zwei Zeitbegriffe gegenüber: zyklische wie bisher und linear als neue Erfahrung der modernen Zeit. Menschen verändern sich und Beziehungen verändern sich.

Die Zeit als allegorische Figur (Esther Haudenschild) wirft beim Publikum die Frage auf: Was ist eigentlich Zeit? Wann ist „Jetzt“ wirklich „Jetzt“.  Mit viel Humor, Tempo, spannenden und liebenswerten Figuren aber auch Nachdenklichem bringt Iris Minder als Autorin und Regisseurin erneut ein sehr aktuelles und spannendes Thema auf die Freilichtspielbühne.
 
Das Jubiläumsstück verspricht viel Sinnenreiches, Emotionales, Zauberhaftes umhüllt von wunderschönen Melodien, Licht und einem kunstvollen Bühnenbild (vom Künstler Marc Reist und Architekten Adrian Cslovjescek)  Das Team besteht aus 20 Sprechrollen und vielen Statisten. Uraufführung findet am 13. Juni 2013 statt. Vorverkauf per Internet auf www.freilichtspiele-grenchen.ch oder bei der Stadtapotheke 032 654 11 11.

04.06.2013 | 1553 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode