Der Regierungsrat hat die Vernehmlassungsantwort zum Lehrplan 21 zuhanden der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) verabschiedet. Er begrüsst einen gemeinsamen Lehrplan für alle 21 deutschsprachigen Kantone und unterstützt die Stossrichtung grundsätzlich. Aufgrund der Ergebnisse einer breit angelegten innerkantonalen Vernehmlassung verlangt der Regierungsrat jedoch eine substanzielle Überarbeitung der vorliegenden Fassung.
 
mgt.

Ja zu einem gemeinsamen Lehrplan und zur Stossrichtung (Foto: Uli Carthuser/ pixelio.de)

Zur kantonalen Konsultation zum Lehrplan 21 wurden insgesamt 560 Personengruppen eingeladen. Darunter befanden sich alle politischen Parteien, schulnahe Behörden und Kommissionen, alle Schulpflegen und Schulleitungen sowie diverse Verbände. Rund 75 Vernehmlassungsantworten gingen beim Kanton ein.

Zustimmung variiert ja nach Fachbereich erheblich

Mehrheitlich wurde dem Lehrplan grundsätzlich zugestimmt, wenn auch mit diversen Vorbehalten. Die durch den Lehrplan 21 angestrebte Harmonisierung, die Kompetenzorientierung und der zyklische Aufbau wurden mehrfach positiv gewürdigt. Die Zustimmung variiert dabei je nach Fachbereich. So geniessen Deutsch, Mathematik, Musik sowie Sport und Bewegung eine hohe Zustimmung. Hingegen sehen die Befragten Anpassungsbedarf bei "Berufliche Orientierung", "Natur und Technik", überfachliche Kompetenzen, "Natur, Mensch, Gesellschaft" und Fremdsprachen. Gar hohen Anpassungsbedarf zeigt sich bei "Bildnerisches Gestalten", "Ethik, Religionen, Gemeinschaft", fächerübergreifende Themen unter der Leitidee nachhaltiger Entwicklung, "ICT und Medien", "Räume, Zeiten, Gesellschaft", "Technisches und textiles Gestalten" sowie bei "Wirtschaft, Arbeit, Haushalt".
 
Erhebliche Anpassungen sind erforderlich

Unter Gewichtung der Anhörungsergebnisse und einer Gesamtwürdigung kann der Regierungsrat dem Lehrplan grundsätzlich zustimmen, fordert aber eine substantielle Überarbeitung in den folgenden Punkten:
  1. Der Umfang des Lehrplans 21 ist zu gross. Es müssen dazu Kompetenzen weggelassen oder gebündelt werden.
  2. In einzelnen Bereichen werden an die Schülerinnen und Schülern zu hohe Anforderungen gestellt. Besonders für Leistungsschwächere sind einzelne Mindestansprüche anzupassen.
  3. Praktische und handwerkliche Kompetenzen kommen zu kurz. Die Fachbereiche sind zu überarbeiten, indem mehr Gewicht auf die Praxis anstelle von Theorie gelegt wird.
  4. Einige Themen und Kompetenzen wirken aufgesetzt oder sind zu wenig praxisbezogen z.B. in Natur, Mensch und Gesellschaft. Sie sind sachgerecht und gut verständlich aufzuarbeiten.
Weiteres Vorgehen

Die D-EDK wird nach Ablauf der Vernehmlassungsfrist eine Überarbeitung vornehmen und voraussichtlich im Herbst 2014 den definitiven Lehrplan 21 für die Umsetzung den Kantonen übergeben. Die Umsetzung im Kanton Aargau soll frühestens auf das Schuljahr 2017/18 erfolgen. In die Planung zur kantonalen Umsetzung werden dann auch die zahlreichen Rückmeldungen zu Stundentafel, Lehrmitteln, Beurteilung sowie Aus- und Weiterbildung einfliessen, die nicht Gegenstand der Vernehmlassung waren
21.12.2013 | 2311 Aufrufe

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