Vom 24. bis zum 28. Juli fand an der Hochschule für Technik und Architektur in Freiburg wieder die Swiss Game Academy statt, eine Messe für Kinder und Jugendliche, die vor allem den Zweck verfolgt, den Beruf des Spielentwicklers kennenzulernen.

von Martina Gloor

In diesem „Camp“ werden Kinder und Jugendliche mit Hilfe von Kursen, Ateliers, Coachings und Konferenzen an die interdisziplinären Berufsbilder der Spielentwicklung herangeführt und erfahren, wer eigentlich alles an der Konzeption und Programmierung von Video- und Computerspielen beteiligt ist. Die Swiss Game Academy richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler von Mittelschulen, an Studenten von Hochschulen sowie auch an Fachleute bzw. Interessenten, die auf der Suche nach neuen beruflichen Erfahrungen sind. Das Programm beinhaltet – neben den Kursen, Ateliers, Coachings und Konferenzen – vor allem auch die Entwicklung eines eigenen Computerspiels.

Für die Entwicklung eines eigenen Computerspiels sind gewisse Kernkompetenzen erforderlich, die den Teilnehmern im Rahmen der Ateliers und Konferenzen vermittelt werden. Die Teilnehmer lernen, ein Spiel sowie seine Regeln, Mechaniken und Levels zu spezifizieren (Game Design), professionelle Game Engines zu programmieren und zu verwenden (Game Programming) und entsprechende Grafiken zu kreieren, zu modellieren und zu animieren (Game Art). Darüber hinaus lernen die Teilnehmer, wie man Musik bzw. eine Geräuschkulisse für das Spiel erstellt (Sound Design) und wie man eine fesselnde Geschichte mit passenden Dialogen verfasst (Storytelling). Vorkenntnisse sind hierfür nicht erforderlich; das Angebot richtet sich an Anfänger ebenso wie an fortgeschrittene Spielentwickler. Die Teilnehmer müssen lediglich ihren eigenen Laptop oder Desktop-PC mitbringen; einige Grafik-Tablets werden zur Verfügung gestellt.

Bei einer schriftlichen Bestätigung der Eltern ist die Teilnahme an dem Camp bereits ab 14 Jahren möglich. Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten allerdings mit Vorsicht in die Welt der Video- und Computerspiele eingeführt werden. Jeder 12. männliche 12- bis 25-Jährige ist süchtig nach Computerspielen. Dieses Phänomen sollte nicht unterschätzt werden; denn es handelt sich hierbei um eine psychische Erkrankung, die als Internet Gaming Disorder in den DSM V aufgenommen wurde. Laut der JIM-Studie sind fast 100 % der Jugendlichen im Besitz eines Smartphones; der Zugriff auf die unendlichen Tiefen des World Wide Web ist damit kaum noch zu kontrollieren. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche, einen verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit den Medien erlernen, damit es gar nicht erst zur Medienabhängigkeit oder anderen missbräuchlichen Erfahrungen mit Medien kommt.

Auch Online-Spiele-Anbieter weisen vermehrt auf die Verantwortung der Spielentwickler -und Anbieter hin. Mit der Integration von Responsible Gaming in ihre Unternehmenskultur setzen Online-Casinos, wie z. B. Green Gaming, und andere Spiele-Anbieter ein Zeichen und stellen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Immer mehr Spiele-Anbieter klären ihre Konsumenten darüber auf, dass das Spielvergnügen, das insbesondere Online-Spiele bieten, immer auch mit gewissen Risiken einhergeht, wozu auch die Spielsucht gehört. In Ergänzung zur Aufklärung werden für Betroffene auf den Spielseiten selbst überdies auch Optionen zur direkten Kontaktaufnahme oder Weiterleitung an Experten angeboten.

Bildquelle: Pixabay

Computerspiele seien heute Bestandteil der Alltagskultur vieler junger Menschen und es habe längst nicht jeder ein ernsthaftes Problem damit, erklärt Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung. Eine Studie belege jedoch, dass gerade bei den 12- bis 17-Jährigen, insbesondere unter Jungen und jungen Männern, die Gefahr bestehe, dass sie ihren Konsum nicht mehr kontrollieren können. Angebote, wie das der Swiss Game Academy, steigern das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen für Medieninhalte und Medienkonsum. Begleitet von Erwachsenen und Video- bzw. Computerspielexperten können „junge Zocker“ ihr eigenes Computerspiel entwickeln, im Zuge dessen sie nicht nur die Protagonisten, die Geschichte und auch die Regeln selbst kreieren, sondern auch zwangsläufig moralisch hinterfragen müssen. Das Feedback der Experten hilft ihnen darüber hinaus dabei, Spielgewohnheiten zu entwickeln, mit denen sie ihre Gesundheit nicht gefährden.

 

Bilder von Pixabay zVg.

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