Unbestritten ist, dass jene Leute, die bereits im AHV-Alter stehen, bei einer Annahme der Vorlage zu den Verlierern gehören. Im Gegensatz zu den Neurentner erhalten sie keine 70 Franken mehr pro Monat, dürfen aber munter höhere Mehrwertsteuern bezahlen. Unter dem Strich wird ihnen also weniger verbleiben als heute. Deshalb begreifen es viele Altrentner nicht, dass ein grosser Teil der Seniorenverbände die Ja-Parole beschlossen hat und damit andere als ihre eigenen Interessen vertreten.

von Maximilian Reimann, Nationalrat, Gipf-Oberfrick

Nicht so allerdings der VAAS, die Vereinigung Aktiver Aargauer Senioren, der sich neutral verhält und Stimmfreigabe beschlossen hat. Eigentlich hätte der VAAS auch von der Pro Senectute, der grössten Dienstleistungsorganisation für ältere Menschen in der Schweiz, mehr Zurückhaltung in dieser äusserst umstrittenen Vorlage erwartet. Aber die politische Konstellation an der Spitze von Pro Senectute hat zur Ja-Parole geführt. Und so war es auch bei den meisten anderen Seniorenverbänden, wo die Führungs- und Entscheidungsgremien mehrheitlich im Mitte/Links-Lager verankert sind. Parteipolitische Interessen wurden den Sachinteressen vorangestellt.

Für mich ist und bleibt es aber unsinnig, jedem Neurentner, ob er es nötig hat oder nicht, jährlich 840 Franken mehr an AHV-Rente zu überweisen als bedürftigen Mitmenschen, die bereits im AHV-Alter stehen. Und das erst noch von den Jungen mittels höheren Lohnabzügen finanzieren zu lassen!

Mit einem Nein zu einer solch fragwürdigen Zweiklassen-Gesellschaft öffnen wir am 24. September die Tür zu einer gerechteren Neuvorlage.

 

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