Helikopter-Geld, bedingungsloses Grundeinkommen, unbegrenzte Staatsverschuldung, Negativzinsen und Abschaffung des Bargeldes – wohin steuert die Welt?

von Maximilian Reimann

Als die meisten von uns klein waren, da hatten wir noch ein Sparheft. Viele bekamen es bereits als „Götti-Batzen“ in die Wiege gelegt. Wir sparten und sparten, verzichteten auf das und andere, durften uns Ende Jahr aber stolz 4 oder 5 % an Zins gutschreiben lassen. Sparen war damals eine Tugend. Und heute, wenn es nach den Vorstellungen währungs-internationalistischer Leute geht, dann ist es das Gegenteil!

Von hiesigen Illusionen…

Fangen wir mit der Illusion an, die wir Schweizer selber noch „beerdigen“ können, am 5. Juni an der Urne. Es handelt sich um die kuriose Volksinitiative für „ein bedingungsloses Grundeinkommen.“ Danach soll jeder Erwachsene ohne irgendwelche Arbeitsleistung monatlich vom Staat 2‘500 Franken, zudem jedes Kind 625 Franken erhalten. Mit anderen Worten: Manna vom Himmel mit Nichtstun! Dieser Unsinn wird zweifellos hochkant verworfen werden. Illusionär ist aber auch die Forderung nach Abschaffung des Bargeldes. Nur elektronisch soll künftig noch bezahlt werden können. Dann könnte man kriminellen Organisationen, Geldwäschern und Steuerhinterziehern besser das Handwerk legen. Wir hätten dann aber den totalen Überwachungsstaat. Wollen wir das? Wohl kaum!

…zum geldpolitischen Wahnsinn

Förmlich eine Wahnvorstellung ist es, was derzeit in den Zentralbanken total überschuldeter Staaten und Regionen ausgetüftelt wird, nämlich sogenanntes „Helikopter-Geld“. Damit soll expansives Billigstgeld nicht mehr nur an die Banken, sondern gleich auch direkt an die Bürger ausgeschüttet werden. Diese sollen damit den Konsum ankurbeln, die Wirtschaft beleben und damit wieder für Inflation anstelle von Deflation besorgt sein. Einer der Drahtzieher solch absurder Visionen ist EZB-Chef Mario Draghi, der natürlich auch ans „Wohl“ seines angeschlagenen Heimatlandes Italien denkt. Kurzfristig liesse sich mit Helikopter-Geld etwas Wachstumsschub erzeugen, aber mittel- und langfristig wäre der Kollaps des aktuellen Finanz- und Währungssystems besiegelt. Doch bis dann sind Draghi & Co. nicht mehr am Ruder. „Nach uns die Sintflut“, ein geflügeltes Wort mit Sprengstoffgehalt!

Flucht in Sachwerte

Wie soll sich der gewöhnliche Bürger, die normale Anlegerin in dieser wenig verheissungsvollen Zukunftssituation verhalten. Ich meine, ja nicht zu viel vom Staat erwarten, ja nicht sein Erwerbseinkommen vernachlässigen, aber auch weiterhin private Vorsorge auf CHF-Basis tätigen, selbst wenn die Rendite mager ist. Und wer Geld zum Anlegen hat, der möge vermehrt auf Sachwerte setzen. Dazu gehören selbstgenutztes Wohneigentum wie auch schweizerische Immobilienfonds und Immobilien-Aktien. Auch die längere Zeit vernachlässigten Edelmetalle dürften wieder vermehrt auf Nachfrage stossen, allen voran das Gold.

24.04.2016 | 9552 Aufrufe

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