Der ASE-Prozess vor Bezirksgericht Laufenburg gehört der Vergangenheit an. Mit hohen Strafen wurden die Haupttäter eingedeckt und um diese ging es in den meisten Medienberichten dazu. Auch ich nahm einen halben Tag Einsitz im Zivilschutzzentrum von Eiken, wohin der Strafprozess aus Platzgründen verlegt worden war.

von Nationalrat Maximilian Reimann

Für mich im Vordergrund standen noch zwei andere Aspekte. Erstens wie kam die Mini-Investmentfirma ASE AG an rund 2‘000 Kunden heran? Und zweitens warum läuteten bei diesen Kunden ob der horrenden Renditen nie die Alarmglocken? Auf Frage 1 gab der Prozess eine klare Antwort. Mit „getürkten“ Prospekten und hohen „Köderprovisionen“ an Beratungsbüros und Finanzmakler für die Vermittlung von Kundengeldern wurde Jagd nach Anlegern gemacht.

Aber gibt es vernünftige Anleger, und damit zur Frage 2, die es einer kleinen Finanzfirma abnehmen, dass diese seit ihrer Gründung 1998 alljährlich Brutto-Renditen in der Bandbreite von 11 bis 27 % erwirtschaften kann. Ja, es gibt sie und es wird sie auch in Zukunft geben, trotz allen berühmt-berüchtigten Anlagebetrugsfällen der jüngeren Zeit, vom Europeans Kings Club (EKC), über Madoff, Behring bis hin nun zur ASE.

Die abschreckende Wirkung dieser Fälle verpufft rasch, die Gier nach schnellen Gewinnen bleibt, obwohl an sich jedermann weiss: Je höher die versprochene Rendite, umso höher das Risiko, bis hin zum Totalabsturz! Eine Erklärung dafür las ich jüngst irgendwo im Internet. Da wurde ein glaubwürdiger Finanzfachmann gefragt, wie man schnell reich wird? Seine Antwort: „Das kann ich nicht sagen; aber ich kann sagen, wie man schnell arm wird. Indem man versucht, schnell reich zu werden…“

04.01.2017 | 7832 Aufrufe

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