Der korrekte Ausdruck heisst steuerfreie Kapitalrückzahlung oder Ausschüttung zu Lasten der Agio-Reserven, aber im Volksmund hat sich der Begriff der steuerfreien Dividende durchgesetzt. Das im Gegensatz zur ordentlichen Dividende, die als Einkommen zu deklarieren ist und vom Fiskus mit der Verrechnungssteuer von 35 % gesichert wird.

von Maximilian Reimann

Für Anleger von zentraler Bedeutung ist die Frage, wie lange es solche steuerbefreite Auszahlungen überhaupt noch geben wird. Sicher ist, dass das Gesamtvolumen an steuerfreien Ausschüttungen klar rückläufig ist. Betrug es im Jahr 2014 noch rund 87 Mia. Franken, ging es letztes Jahr bereits auf 73 Mia. zurück. Heuer fallen weitere Firmen aus der Riege der Unternehmen, die noch über solche Agio-Reserven verfügen. Am sattesten war eben mit Fr. 17.00 die Ausschüttung der Zürich Versicherung. Sie entsprach, verglichen mit dem aktuellen Börsenkurs, einer steuerfreien Rendite von 8 %. Aber nicht zu vergessen: Die Zürich-Aktie hat in den letzten 12 Monaten massiv an Wert eingebüsst, fette Dividendenerwartung hin oder her!

Ebenfalls steuerfreie Dividenden gab es heuer u.a. von Givaudan, Mobimo oder Rieter; und zu erwarten sind solche – Irrtum vorbehalten – u.a. noch von Lafarge-Holcim, Lindt-Sprüngli, Lonza, Swiss Life und UBS. Die meisten Schweizer Grossunternehmen wie Nestle, Roche, Novartis, Swisscom, Geberit, Galenica oder Bâloise haben ihre Ausschüttungsreserven aufgebraucht und entrichten nur mehr ordentlich zu versteuernde Dividenden.

Unseren Sozialisten passen steuerfreie Ausschüttungen zu Lasten der Agio-Reserven natürlich nicht ins Weltbild. Sie lästern dagegen, vergessen aber, dass das mit der Zustimmung des Schweizervolkes zur Unternehmenssteuerreform II von 2008 so gewollt wurde. Zu ihrer Beruhigung einfach noch dies: Es handelt sich bei den Agio-Reserven um Gelder, die bei den Aktionären bereits einmal besteuert worden sind! 

25.04.2016 | 12757 Aufrufe

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