In Kindergärten: Jedes 7. Kind ist übergewichtig!
In Primarschulen: Jedes 5. Kind ist übergewichtig!
In Oberstufen: Jedes 4. Kind ist übergewichtig!

Das zeigt eine Studie die mit 13‘740 Schülern in der Schweiz durchgeführt wurde. Das Resultat, eine erschreckend hohe Zahl von Kinder und Jugendlichen waren zu dick.

von Martina Gloor

Neben falschen Essgewohnheiten und zu wenig Bewegung gibt es noch weitere Faktoren, die schon in jungen Jahren die Entstehung von Übergewicht bestimmen.

Besonders Eltern haben durch ihr Verhalten und ihrer Essgewohnheiten einen grossen Einfluss auf das Gewicht ihrer Kinder. Und dieser Einfluss beginnt schon während der Schwangerschaft.

Was sind die Gründe:

Der immense Zuckeranteil in fast allen Lebensmitteln, selbst dort wo man es sich nicht denken könnte, z.B Rotkohl aus dem Tiefkühlregal, Konservengemüse, Weissbrot, Aufbackwaren, Müsliriegel, Kelloggs Müsli, Fruchtsäfte, Ketchup Pastasaucen, Fertigpizza, Salatdressing, Kinder Milchschnitte, Süssgetränke (Coca Cola etc.), Red Bull usw. So kommt man pro Jahr locker auf 40 Kilogramm Zucker! Dies entspricht pro Erwachsenen wie Kinder, einem Zuckerverbrauch von etwa 37 Zuckerwürfeln am Tag und fast 600 kcal/ Tag, zusätzlich.

Grafik: NZZ vom 18.12.2015 Das bitter-süsse Leben

Die langfristigen Folgen des Zuckerkonsums:

Nach vielen Jahren regelmässigen Zuckerkonsums können sich Krankheiten wie Osteoporose und Diabetes mellitus Typ 2 entwickeln, beide sind Spätfolgen von erhöhtem Zuckerverzehr. Herzerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, Asthma, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen können auch auf das selbe Konto des erhöhten Zuckerkonsums geschrieben werden. Zucker kann ausserdem die Leber schädigen, irritiert den Magen und zerstört die gesunde Darmflora.

Trotz aufwendigen Präventionskampagnen wie: Jugend und Sport, Abspeck-Camps und Sporttage an Schulen, werden junge Schweizer immer dicker. Das zeigen neue Zahlen der schulärztlichen Dienste von Basel, Bern und Zürich.

Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz startete 2007 für 35 Millionen Franken eine vierjährige Kampagne gegen „Übergewicht in der jungen Generation“. Die TV-Spots und Plakate der Kampagne sorgten innert kürzester Zeit für Wirbel. Kritik kam von Ärzten. Wieso wohl? So gibt es doch Unternehmen, die gegen all diese lukrativen Krankheiten, Medikamente haben und somit gewaltigen Umsatz erzielen. Die Zukunft sieht rosig für sie aus!

Je älter desto Dicker?

Der Trend zeigt bei den Teenagern nach oben. Gemäss geografisch ausgewerteten Statistiken gibt es in Basel die meisten dicken Kinder, in Bern am wenigsten. Zürich liegt dazwischen. Der Grund ist die «unterschiedliche soziokulturelle Bevölkerungsstruktur in diesen drei Städten.»

Wie eine aktuelle Erhebung der Schulärzte zeigt, sind 16 Prozent der Schweizer Schüler und 24 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund übergewichtig.

Computerspiele sind heute nicht mehr aus Kindheit und Jugend wegzudenken. Jugendliche sind im Durchschnitt 140 Minuten am Tag am "Gamen". Fast ein Viertel der Kinder in der Schweiz treiben in ihrer Freizeit keinen Vereinssport. So erreicht in der Schweiz nur etwa jeder vierte Junge und jedes sechste Mädchen das Bewegungspensum von einer Stunde täglich, welches von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Erhaltung der körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit und zur Vorbeugung vor Krankheiten empfohlen wird.

Umso wichtiger wäre es, wenn Eltern und Schulen die Kinder und Jugendlichen für den Sport motivieren und Sport- sowie Bewegungsangebote schaffen würden. Dabei stellt insbesondere der Vereinssport eine hervorragende Möglichkeit dar, durch Spass, Freude und das gemeinsame Erlebnis mit anderen Kindern und Jugendlichen langfristig Begeisterung für Bewegung zu wecken.

Früher war alles leichter. DU AUCH?

Mehr Informationen gibt es bei www.diaetfreiezone.ch

Foto: Daniel Nünlist
Grafik: NZZ vom 18.12.2015 Das bitter-süsse Leben

07.07.2017 | 2713 Aufrufe

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