In der Schweiz gibt es viele erfolgreiche Onlinehändler. Die beiden Onlineshops Digitec und Galaxus, Tochterfirmen von Migros, haben kürzlich eine Erhebung darüber durchgeführt, wann ihre Kunden am liebsten im Netz einkaufen. Überraschendes Ergebnis: Die Konsumenten kaufen gerne während der Arbeitszeit ein. Inzwischen sind so gut wie alle Produkte online per Lieferservice erhältlich.

von Martina Gloor

Shoppen statt arbeiten?

Offenbar shoppen die Schweizer gerne während der Arbeitszeit: "kurz vor dem Mittagessen zwischen 11 und 12 Uhr und von 16 bis 17 Uhr, also kurz vor Feierabend". Laut dem Statement der Studienautoren ist es allerdings wahrscheinlich, dass die Angestellten die Shopping-Zeit selbst von der Arbeitszeit abziehen: "Statt für Kaffee, Zigaretten, Social Media, Ferienplanung oder Klatsch und Tratsch nutzen die Schweizer ihre Pausen heutzutage einfach häufig fürs Shopping", lautet die Vermutung.

Die Kunden kauften überdurchschnittlich oft montags und wesentlich seltener an Samstagen auf den beiden Seiten ein. Noch kaufen die Kunden von Galaxus und Digitec bevorzugt vom Desktop-PC aus, doch die mobilen Endgeräte holen auf. Der Desktop ist heute einfach das am schnellsten zur Verfügung stehende Gerät am Arbeitsplatz. Nur 20 Prozent der Einkäufe entfallen auf mobile Geräte. Das Smartphone wird dabei häufiger von Frauen als von Männern zum Online-Einkauf genutzt.

Welche Branchen haben den höchsten Online-Umsatz?

Die umsatzstärksten Onlinehändler in der Schweiz sind in der letzten Zeit die Generalisten gewesen, gefolgt von Anbietern für Computer und Unterhaltungselektronik wie Digitec. Auf Platz drei kommen Bekleidung, Textilien und Schuhe. Lebensmittel machten laut der Erhebung immerhin 13,5 Prozent des Umsatzes im E-Commerce aus. Einige Branchen machen derzeit keine vergleichbaren Umsätze am digitalen Markt. Dazu gehören unter anderem Produkte, die besonders beratungsintensiv sind, zum Beispiel Brillen bzw. Produkte von Optikern. Zwei Vorteile sprechen allerdings dafür, es bei der Brille trotzdem mit der digitalen Variante zu probieren, und erklären auch den Zuwachs an Online-Optikern wie Edel Optics: Zum einen kann das Produkt, wenn es nicht gefällt oder passt, meist kostenlos zurückgeschickt werden. Zum anderen sind die Preise oft niedriger als im stationären Handel, da je nach Anbieter sowohl Lager- als auch "Mittelmann"-Kosten, also Margen für Zwischen- und Fachhändler, gespart werden können. Viele kombinieren die unterschiedlichen Kanäle und kaufen ihre erste Brille beim Optiker. Weitere Modelle können sie dann online erwerben, da sie ihre aktuelle Stärke bereits kennen.

 

Symbolbild von Fotografie Brinckheger / pixelio.de

11.08.2017 | 3134 Aufrufe

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