Die Schweizer Wirtschaft hat den Frankenschock mittlerweile grösstenteils überwunden. So bildete sich der Umsatz im Schweizer Detailhandel um 1.5 Prozent (Vorjahr: 2.2 Prozent) auf 92.5 Milliarden Franken zurück. Vor allem im Non-Food-Geschäft ist der Preisdruck immer noch enorm, und die Marktbereinigung setzt sich fort. Blickt man auf die Hitliste der Lebensmittelhändler, so ist sofort ersichtlich, dass die Discounter unter allen Anbietern am besten arbeiteten. Alle drei – Denner, Aldi Suisse und Lidl – konnten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern, wohingegen die Grossverteiler Coop und Migros und die übrigen Food-Detaillisten stagnierten.

gfk / red.

Migros und Coop verbleiben zwar unangefochten an der Spitze. Am eindrücklichsten bewegte sich jedoch erneut Lidl nach vorne. Die Nummer 3 unter den Schweizer Lebensmitteldiscountern rückte von Platz 12 auf den 9. Rang vor. Mit einer Umsatzzunahme von über 10 Prozent auf 960 Millionen Franken übertrumpfte Lidl alle Konkurrenten. Noch mehr Plätze machte Elektronikspezialist Interdiscount gut, der von Rang 15 auf den 10. Platz aufstieg. Im Non Food-Markt konnte die Coop-Tochter Dipl.Ing.Fust um 2 % zulegen.

Das gibt dem Inhaber der Internet-Zeitung soaktuell.ch, Roman Jäggi, recht, welcher bereits im Dezember 2014 geschrieben hat: "Vom anfänglichen 'Geheimtipp' für budgetbewusste Konsumentinnen und Konsumenten, entwickelte sich Lidl im Jahr 2014 zum primären Einkaufsgeschäft von immer mehr Schweizerinnen und Schweizern. Wir behaupten: Lidl hat 2014 das Eis bei Herr und Frau Schweizer gebrochen." (>> Artikel lesen).

Das Wachstum von Lidl werde sich fortsetzen, weil nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität stimme, sagt Jäggi heute. Während Migros und Coop jammern und den Schweizerinnen und Schweizern den Einkaufstourismus erschweren wollen, schnappt sich Lidl in der Schweiz still und leise immer mehr Coop- und Migros-Kunden mit hochstehenden Produkten zum dauerhaft günstigsten Preis. Oder anders formuliert: Lidl zeigt den anderen seit Jahren, wie man es eigentlich machen müsste. 

Lädelisterben, aber nicht in allen Branchen

Seit dem Jahr 2010 sind nach GfK-Hochrechnungen rund 5‘000 Verkaufsstellen verschwunden. Im Gegensatz dazu bieten heute über 10‘000 Schweizer-Online Shops – nebst Millionen von internationalen Shops - Ihre Produkte und Dienstleistungen an.

Was früher und in den letzten Jahren im Lebensmittelhandel passierte – das Lädelisterben – ist jetzt auch im Non-Food-Sektor angekommen. Zu kleine oder unklar positionierte Firmen und Marken kommen unter die Räder. Verlierer ist vor allem der Fachhandel, sowohl im Lebensmittel wie im Non-Food-Bereich.

Aber es gibt auch Gewinner. Parfümerie/Körperpflege oder Optiker / Hörgerätehändler profitieren. Auch die Discounter eröffneten neue Verkaufsstellen und die Convenience- und Tankstellenshops legten um rund 11 Prozent zu.

Der Verdrängungskampf wird sich 2017 weiter fortsetzen: In den ersten fünf Monaten des Jahres erzielte der Schweizer Detailhandel einen leichten Umsatzrückgang von minus 0.3 Prozent.

 

Archivbild von Lidl

 

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