In seiner Stellungnahme zu meinem Leserbrief behauptet Andreas Gasche, dass die KV-Reform seit Jahren erfolgreich wäre und verweist dabei auf die Bildungsverordnung (BiVO). Dabei verschweigt er, dass die BiVO eingeführt werden musste, weil die Einführung der neuen kaufmännischen Grundbildung mit «Kompetenzen» im Jahre 2003 bei Lehrbetrieben vor allem zu administrativen Mehrbelastungen geführt hat. Claude Meier, Delegierter Bildungspolitik des KV Schweiz, schrieb dazu in context 4/2011, dass damals im Jahre 2003 viele kaufmännische Lehrstellen verloren gingen.

Rémy Wyssmann, Rechtsanwalt und Notar, Oensingen / Kriegstetten

Etliche Betriebe waren nicht mehr bereit, Lernende auszubilden. Diese bereits verlorengegangenen Lehrstellen konnten trotz BiVO bis heute nicht mehr zurückgeholt werden.

Richtig ist, dass der Lehrplan 21 ebenfalls «Kompetenzen» festigt, nicht jedoch die schriftlichen Deutschkenntnisse und andere Kernfächer. Für Anwaltskanzleien, Treuhandbüros und andere KMU im Dienstleistungsbereich sind schriftliche Deutschkenntnisse jedoch von zentraler Bedeutung, weil hier die Mitarbeitenden anspruchsvolle Korrespondenz bewältigen müssen und die Kommunikation mit Kunden und Behörden immer mehr schriftlich abgewickelt wird.

Gerade diese Verwässerung mit «Kompetenzen» führt zum Verlust von Lehrstellen, weil KMU im Dienstleistungsbereich Lehrlinge nicht zum Kaffeemachen und Papierkorbleeren anstellen wollen. Deshalb ja zur Initiative und somit nein zum Lehrplan 21.

 

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