Gessler, der verhasste Mann der Habsburger, welcher die Eigenbrötler in der Innerschweiz zur Räson bringen soll. Seinen Hut mit Feder pflanzte er mitten auf den Dorfplatz, liess ihn bewachen, auf dass jedermann denselben untertänigst und mit Ehrfurcht zu grüssen habe.Und wollten sie etwas ändern, so legten sie es zuerst dem Landvogt vor und erbettelten seine Zustimmung, welche er meistens nicht erteilte.

Hans Bühlmann, Schönenwerd

Mit allen Kniffen wird der Volksauftrag kastriert, bis nichts mehr vorhanden war. Die Vereinbarung sah vor, dass Verhandlungen aufzunehmen sind, wenn die eine Partei, hier die Bürger der Innerschweiz. Doch Gessler foutierte sich um frühere Zusagen und  fuhr fort, den Willen der Habsburger rück­sichtslos durchzusetzen.

Besagter Gessler hat sich  inzwischen umtaufen lassen und heisst heute Jean-Claude Jun­cker. Er residiert auch nicht mehr in Altdorf, sondern in Bruxelles. Sein Gehabe  hat sich inzwischen noch mehr brutalisiert. Hemmungslos werden Vorschriften erlassen. Gelder eingefordert, mit Bussen gedroht. Schüchtern vorgetragene Wünsche, wie im Vertrag vorgesehen, werden kurzerhand abgeschmettert. Ranghohe Würdenträgerinnen werden  demonstrativ abgeschmatzt und ohne irgendwelche Zusagen nach Hause komplimentiert.

Zankapfel ist die sog. Personenfreizügigkeit. Der dauernden Unterdrückung und Schulmeisterei überdrüssig hat Wilhelm Tell eines Tages dem Tyrannenhut die Ehre nicht erwiesen und eine hohe Gefängnisstrafe riskiert.

Tell mochte das Hohelied der Bilateralen nicht mehr hören, die statt des Wohlstandes eine noch nie erlebte Arbeitslosigkeit brachte, gekoppelt mit einer Völkerwanderung der Extraklasse. Aus dem vom Bundesrat als Köder ausgeworfenen Völkerrinnsal von 8000 pro Jahr, entstand ein reissender Strom mit 80000, dem Zehnfachen, Jahr für Jahr eine Stadt wie Luzern. Unverholen war auch der Drang an die Honigtöpfe. Hier ankerten Papierige und Papierlose, wild durcheinander. Lückenlos war nur der Besitz eines Handys. Zentrales Krebsübel mit seinen zahlreichen Metastasen ist das Schengen-Abkommen, welches die braven Eidgenossen mit ihren Gummi-Wirbelsäulen praktisch nur noch allein einhalten. Dieses und die Personenfreizügigkeit gehörten als erstes ins Archiv der politischen Pleiten versorgt.

 

01.01.2017 | 3962 Aufrufe

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