Das Solothurner Co-Präsidium des Komitees Energiestrategie 2050-JA hat anlässlich seiner Konstituierung am 10. April das Leuchtturmprojekt SoloGrid in Riedholz besucht. Das breit abgestützte Gremium ist überzeugt: Die Energiewende hat Potential, ist praxistauglich und bezahlbar.

Komitee Energiestrategie Ja

Die Energiestrategie 2050 ist in aller Munde. Neben dem Atomausstieg ist auch die Dekarbonisierung, also die Vermeidung von CO2-Emissionen, ein grosses Thema. Die anstehenden Veränderungen wirken sich stark auf die Stromverteilnetze aus. Die vier Unternehmen Adaptricity, AEK, Alpiq und Landis+Gyr untersuchen zusammen mit dem Kanton Solothurn in der Gemeinde Riedholz, wie sich der Energiefluss in einem Stromverteilnetz durch künstliche Intelligenz optimieren und steuern lässt. Ein teurer Netzausbau soll damit minimiert und Stromkosten gesenkt werden. Das Projekt SoloGrid wird vom Bundesamt für Energie als Leuchtturmprojekt gefördert sowie vom Kanton Solothurn finanziell unterstützt.

Das 14-köpfige Co-Präsidium macht sich für die Energiewende stark. Dabei reichen sich die VertreterInnen mit unterschiedlichem politischem Couleur aus Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie die Hand für eine zukunftsgerichtete Energieversorgung und sprechen auch gleich Klartext: Nur ein Franken pro Woche und Haushalt kommt die Energiewende die Bevölkerung zu stehen. „Und dieser Betrag sparen zukünftig effizientere Geräte durch eine tiefere Stromrechnung wieder ein“, untermauert Franziska Roth (SP) die geringe finanzielle Belastung für die Bevölkerung.

Josef Maushart (CVP) begrüsst die Energiestrategie als einen ersten Schritt in Richtung nachhaltiger Energieerzeugung und kritisiert die vollkommen irreführenden Zahlenspiele der Gegnerschaft! Peter Brügger vom Solothurner Bauernverband bekräftigt zudem die Wichtigkeit der Selbstversorgung in der Schweiz ‒ nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Energiefrage. Markus Dietschi (BDP) betont mit Nachdruck: „Für das einheimische Gewerbe und die Industrie ist das Gesetz eine riesige Chance; zudem werden die Subventionen befristet“. Michel Aebi (FDP) bringt es pointiert auf den Punkt: „Mit der Energiestrategie wird das Geld in der Schweiz investiert, statt für Erdöl und Gas ins Ausland geschickt.“

Verschiedene Perspektiven, ein gemeinsames Ziel: Die Annahme der Energiestrategie 2050.

Zukunft in der Gegenwart Gastgeber und CEO AEKonyx AG, Walter Wirth , Michel Gasche, Bereichsleiter Netze AEKonyx AG, Daniel Cajoos, Senior account Manager Grid Sense Alpiq, Andreas Ulbig, CEO Adaptricity und Eddi Hächler, Systemtechniker fesseln mit ihren Referaten die ZuhörerInnen. Eindrücklich führen sie von der Versorgungs-Metaebene in den Schulungsräumen der AEK in Luterbach in die Haustechnikanlage eines Mehrfamilienhauses in Riedholz.

Walter Wirth ist überzeugt, „die intelligente Netzversorgung ist das Thema von heute“ Das Interesse bei der Besichtigung der Hauszentrale ist gross. Eine Box in der Grösse einer Sechserpackung Eier steht dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese Wunderbox mit dem Namen GridSense – ein Stück Zukunft in der Gegenwart – wird in einem Haushalt an Boiler, Ladestation, Solaranlage, Wärmepumpe und Batterie angeschlossen. Schnell lernt es die Gewohnheiten der Familie kennen und passt die Energieversorgung entsprechend an. So leitet GridSense zum Beispiel überschüssig produzierten PV-Strom in eine Batterie. Ist die Batterie voll und die Solaranlage produziert weiter Strom, leitet die intelligente Box den Strom an den Nachbarn weiter. „Da die Boxen indirekt miteinander kommunizieren, wissen diese, wer in der Nachbarschaft gerade Strom benötigt“, erklärt Eddi Hächler, Systemtechniker Alpiq für das Projekt SoloGrid, dem Co-Präsidium vor Ort in Riedholz. «Erneuerbar produzieren, intelligent lokal nutzen» könnte ein Slogan von SoloGrid heissen. Damit leistet das Solothurner Projekt bereits einen Teil zur Umsetzung der Energiestrategie.

Gemeinsam die erste Weiche stellen

Zum Schluss bringt Felix Wettstein (Grüne) die gemeinsame Haltung vom Co-Präsidium nochmals auf den Punkt: „Weniger Energieverbrauch. Weg vom Öl. Inländische Produktion“. Nicht alle diese Ziele sind bei der Annahme der Energiestrategie auf einen Schlag erreicht, ist sich das Co-Präsidium bewusst. Doch am 21. Mai gibt es die Chance, mit einem Ja für die Energiestrategie 2050 die erste Weiche zu stellen – in die Richtung einer wirtschaftlichen umweltfreundlichen und innovativen Zukunft.

 

Bild von links nach rechts: Peter Brügger, Michel Aebi, Franziska Roth, Beat Späti, Roberto Zanetti, Josef Maushart, Markus Dietschi, Philipp Hadorn, Bea Heim, Felix Wettstein. (Foto zVg.)

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13.04.2017 | 3057 Aufrufe

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