„Hände weg vor Online-Währungen“ lautete die Quintessenz in meinem letzten Artikel. Gemeint waren die auf privater Basis im Aufbau begriffenen digitalen Zahlungsmittel, wie beispielsweise das weltweit am meisten verbreitete Bitcoin-System.

von Maximilian Reimann, Gipf-Oberfrick

Ich sagte dazu, dass mir ein Portemonnaie mit Noten und Münzen der Schweizerischen Nationalbank immer noch weit mehr mundet als eine digitale Brieftasche mit Guthaben in einem mir nicht näher vertrauten Rechnernetz.

Damit war ein Leser ganz und gar nicht einverstanden. Er schrieb mir einen 4-seitigen E-Brief und verwies auf die riesigen Mängel des weitgehend ungedeckten Zentralbankengeldes, das keine Zinserträge mehr abwirft, ja grössere Guthaben gar mit Negativzinsen abstraft. Dann hebt er an zu einem wahren Plädoyer auf diese neuen, dezentralen Zahlungssysteme, die der Spekulation durch die Finanzwelt entzogen und somit wertbeständig seien. Zur Abrundung waren noch aktuelle Zeitungsartikel angehängt, versehen mit Titeln wie „Die stille Enteignung der Sparer“ oder „Wer Geld zur Bank trägt, verliert Geld.“

Nun, ich bin mir der Währungsgefahren sehr wohl bewusst, in die uns die notorisch überschuldeten Staaten hineingeritten haben. Auch glaube ich nicht, dass mit einer weiteren Aufblähung der Geldmengen – insbesondere durch die Zentralbanken der EU, USA und Japan - die schlimmsten Defizitländer auf Dauer über Wasser gehalten werden können. Aber es fehlt mir der Glaube daran, ob Bitcoins und andere sog. Kryptowährungen die gewünschte Sicherheit zu erbringen vermögen. Obiger Plädoyer-Schreiber sei natürlich in seiner konträren Meinung belassen… 

 

15.02.2017 | 8798 Aufrufe

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