In einer Phase, wo Spargelder und Anleihen praktisch keine Rendite mehr abwerfen, suchen viele Anleger nach geeigneten Alternativen. Gibt es solche, ohne grosse Risiken? Eine positive Antwort ist weiterhin schwierig.

von Maximilian Reimann

Sicher kann man sich mit Aktien und auf Aktien basierenden strukturierten Produkten weiterhin stattliche Erträge holen. So weisen solide Aktienwerte wie Swiss Re, Bâloise, Swisscom, Waadtländer Kantonalbank, Royal Dutch oder einige Immobilientitel nach wie vor Dividendenrenditen von 4 – 6 % aus. Mit „Strukis“ kommt man gar noch auf höhere Couponrenditen. Aber der Anleger trägt das Kursrisiko und das ist nicht jedermanns Sache. Vor allem eine Trendwende im Zinssektor oder negative politische Ereignisse können die Aktienbörsen rasch und markant nach unten drücken.

Wieder auf Edelmetall setzen?

Edelmetall und allen vor Gold gehören seit Menschengedenken zu den ehernen Vermögensreserven. Sie werfen zwar keinen Ertrag ab, auch die Aufbewahrung ist nicht gratis, aber in schweren Krisen sind sie von solidem Wert. Doch auch Gold ist im Wert schwankend. Seit 5 Jahren ging es nur mehr nach unten, beim Kilo-Preis von 53‘000 auf 33‘000 Franken. Seit anfangs Jahr ist aber, vor allem geschürt durch die Politik- und Währungskrise in der EU, ein echtes Comeback in Gang. Der Kilo-Preis liegt wieder bei 42‘000 Franken. Für ein Aufstocken scheint es mir noch nicht zu spät. Aber aufgepasst: Mehr als 5 – 10 % des Vermögens sollte man nicht in Edelmetallen halten. Zudem würde ich aus Spesengründen Goldbestände in Indexfonds kaufen, z. Bsp. im ZKB Gold ETF mit aktuellem Wert um 400 oder im UBS ETF Gold Hedged für rund 125 Franken.

„Exotische“ Anlagen meiden!

Wenn „mündelsichere“ Anlagen wie Sparhefte, Kassenobligationen oder Bundesanleihen nichts mehr einbringen, ja häufig nur mehr Kosten verursachen, dann schlägt die Stunde der „Verführer“. Ich habe jüngst daran erinnert, heissen sie nun European Kings Club, Madoff-Securities, ASE Investment oder „System Behring“. Da basieren hohe Gewinnversprechen auf dem legendären Schneeballsystem. Solch „exotische“ Anlagen gilt es absolut zu vermeiden. Und wie steht es mit Direktanlagen in Waldaufforstungen und Edelhölzer in exotischen Regionen? Dafür wird in jüngerer Zeit zunehmend geworben, mit Jahresrenditen von 10 % und mehr. Auch da gilt für mich grundsätzlich Finger weg! Einzig mit einem börsenkotierten Spezialfonds wie etwa dem Pictet-Timber-EUR würde ich eine Ausnahme machen.

Weniger ausgeben!

Seine finanzielle Situation kann man sich anstelle von Erträgen aber auch mit Minderausgaben verbessern. Man muss deswegen nicht wie die Einkaufstouristen gleich ins grenznahe Ausland reisen, sondern man kann durch Preisvergleiche auch im Inland die Kosten senken. Die Aufwertung des Schweizerfrankens verbilligt bekanntlich das Preisniveau im Inland nachhaltig. Auch im Finanz- und Anlagewesen kann man Kosten minimieren. Konkret heisst das in etwa: Kein unnötiges Hin und Her mit Depotwerten; mal auf längere Zeit auch in Liquidität verharren anstatt Anlagen treffen, die man später bereut; Umsteigen auf spesengünstigeres Online-Banking; grundsätzlich auf CHF-Werte setzen, die spesengünstiger an der Schweizer Börse gehandelt werden usw.

15.07.2016 | 7243 Aufrufe

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