Der Stromkonzern Axpo will sich für die geplante Auslagerung mehrerer Geschäftsbereiche alle Optionen offenhalten. Das sagt Axpo-Chef Andrew Walo im Gespräch mit der «Handelszeitung». Der Börsengang der künftigen Axpo-Tochter sei nur eine der verschiedenen Optionen. «Wir müssen flexibel bleiben», sagt Walo. «Das zeigen die Beispiele von anderen, die eine Kotierung geplant haben und dann plötzlich gemerkt haben, dass das nicht funktioniert.»

Handelszeitung / ots.

Denkbar sei auch, lediglich einzelne strategische Investoren ins Boot zu holen, die sich am Geschäft mit dem Stromhandel und erneuerbaren Industrien beteiligen wollen. Dazu könnten Pensionskassen, Kantonswerke oder andere institutionelle Investoren gehören. Investoren aus dem Ausland bezeichnet Walo ebenfalls als «Option».

Obwohl die staatliche Axpo-Holding an der neuen Tochter die Aktienmehrheit behalten will, müsse sie bereit sein, «Kompromisse» einzugehen, sagt Walo. Offenbar denkt die Axpo darüber nach, den Einfluss des Staats einzuschränken. «Wir haben bisher nur gesagt, dass die Axpo eine Kapitalmehrheit halten wird», sagt Walo. «Wie die Governance ausgestaltet wird, ist eine andere Frage. Daran arbeiten wir noch.»

Mit Blick auf den Schweizer Strommarkt sieht der Axpo-Chef keinen Bedarf für ein neues Marktdesign, das die Pumpspeicher-Kraftwerke stützen könnte. Dem von der Berner BKW portierten Kapazitätsmarkt-Modell gibt er eine klare Absage. «Das BKW-Modell ist theoretisch spannend, aber es adressiert ein Problem, das wir in der Schweiz nicht haben», sagt Walo. In der Schweiz herrsche kein Mangel an Spitzen-Kapazitäten, da es genug Kraftwerke gebe, die solchen Strom anbieten. Vielmehr setzt die Axpo auf eine CO2-Abgabe auf Importstrom. Dass es sich dabei um eine Subvention für Schweizer AKW handle, lässt er nicht gelten. Es sei kein «KKW-Förderprogramm», sagt er.

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