Diesen Juli haben letztmals Schülerinnen und Schüler im Kanton Aargau ihre Volksschulzeit abgeschlossen, nachdem sie 5 Primar- und 4 Oberstufenjahre absolviert haben. Damit ist die Anpassung der Schulstruktur an jene der übrigen Kantone abgeschlossen. Im neuen Schuljahr unterrichten 8'700 Lehrpersonen rund 75'100 Schülerinnen und Schüler an der Volksschule. Ein steigender Anteil der Berufslernenden stellt sich der Herausforderung einer Berufsmaturität.

DBK

Die Volksschule Aargau steht im ersten Jahr nach der vollständigen Umsetzung der Strukturreform. Diese hatten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Rahmen des Vorhabens "Stärkung der Volksschule" am 11. März 2012 beschlossen. Vor den Sommerferien haben die letzten Schülerinnen und Schüler die Volksschule nach 4 Jahren Oberstufe abgeschlossen. Die Volksschule gliedert sich demnach in einen zweijährigen Kindergarten, eine sechsjährige Primarschule und eine dreijährige Oberstufe. Ab Schuljahr 2018/19 gilt nach einer mehrjährigen Übergangsfrist für den Kindergarteneintritt der Vierjährigen der Stichtag 31. Juli.

Auch bei der Mindestgrösse der Bezirksschule gilt noch eine Übergangsfrist. Bezirksschulen umfassen künftig mindestens 6 Abteilungen. Bestehende Bezirksschulen mit weniger als 6 Abteilungen dürfen längstens bis Ende Schuljahr 2021/22 weitergeführt werden, müssen aber mindestens 3 Abteilungen umfassen. Für Real- und Sekundarschulen gilt weiterhin, dass sie in Oberstufenzentren zusammengefasst werden können und mindestens 6 Abteilungen umfassen müssen. Eine einzelne Schulanlage umfasst mindestens 3 Abteilungen.

Mehr Lernende mit Berufsmaturität

Die Anzahl der Aargauer Schülerinnen und Schüler, die heute an einer weiterführenden Schule (Gymnasium, Wirtschaftsmittelschule WMS, Informatikmittelschule IMS oder Fachmittelschule FMS) ins neue Schuljahr starten, ist mit 1'474 Neueintritten gegenüber 1'545 im Vorjahr leicht zurückgegangen. Der Rückgang betrifft vor allem die IMS, aber auch die WMS und die FMS, während das Gymnasium bei den Eintritten nur einen marginalen Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet.Auch bei der dualen Berufsbildung ist der leichte Schülerrückgang zu spüren. 6'014 Lernende (Vorjahr: 6'039) starteten in diesen Tagen in ihre Berufslehre. Deutlich gestiegen ist jedoch der Anteil jener, die sich für einen Lehrgang mit Berufsmaturität entschieden haben. Waren es vor einem Jahr noch 911 Lernende, haben sich dieses Jahr 971 Jugendliche das Erreichen der Berufsmaturität zum Ziel gesetzt. Damit bestätigt sich ein weiteres Mal, dass die Berufsmaturität im Aargau äusserst beliebt ist. Die Berufsmaturitätsquote liegt im Aargau mit 16,9 Prozent (2016) bereits deutlich über dem Schweizer Durchschnitt, der 2016 bei 15,1 Prozent lag. Die Berufsmaturitätsquote lag damit 2016 im Aargau auch erstmals über der gymnasialen Maturitätsquote (15,9 Prozent).

Informatik an den Mittelschulen

Vor einem Jahr führte der Aargau an den Gymnasien das neue Pflichtfach Informatik für alle Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der ersten und zweiten Klasse ein. Im Zentrum steht die Vermittlung einer wissenschaftlich orientierten Informatik. Im ersten Jahr stehen für alle 2 Lektionen Informatik, im zweiten eine Lektion im Stundenplan. Ziel ist, dass Maturandinnen und Maturanden die Informations- und Kommunikationstechnologien in ihren Grundzügen verstehen lernen. Wer sich vertieft mit der Digitalisierung auseinandersetzen will, wählt am Gymnasium ein entsprechendes Akzentfach, wie zum Beispiel Informatik und Kommunikation, an der Neuen Kantonsschule Aarau und/oder im Abschlussjahr das Ergänzungsfach Informatik.

 

Symbolbild von birgitta hohenester / pixelio.de

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