Die Nutzung von Gas für das Beheizen von Häusern und das Betreiben von Gasherden ist in Europa eine weitverbreitete Lösung, die von vielen Nutzern als Alternative zum Öl bzw. Elektroherden vorgezogen wird. Jedoch kommt es Jahr für Jahr immer wieder zu ernsten Gasexplosionen in Wohnhäusern, welche häufig völlig unterschiedliche Ursachen haben. Doch warum kommt es eigentlich zu Unfällen durch Gasexplosionen?

von Martina Gloor

Warum ist Gas als Energieträger so beliebt und welche Vorteile resultieren aus der Nutzung?

Erdgas wird allgemein als verhältnismässig saubere Energiequelle angesehen, da die Verbrennung relativ rein abläuft und die Erschliessung im Vergleich zum Erdöl deutlich umweltverträglicher ist. Hinsichtlich der Ökobilanz ist Gas als Energieträger zwar regenerativen Formen wie Solarenergie oder Windkraft unterlegen, dafür geht die Versorgung nicht mit natürlichen Schwankungen einher. Des Weiteren ist die Gasnutzung in der Anwendung sehr komfortabel, da nicht in regelmässigen Abständen ein externer Tank befüllt werden muss. Auch der stark ansteigende Preis von Heizöl ist ein Grund dafür, warum sich immer mehr Menschen für Erdgas entscheiden. So erwarten viele Nutzer, dass der Heizölpreis langfristig den Gaspreis sogar übertreffen wird.

Weshalb kommt es immer wieder zu gefährlichen Gasexplosionen?

Wer über das Jahr hinweg regelmässig Zeitungen und Nachrichten studiert, wird schnell feststellen, dass es sich bei Unfällen durch Gasexplosionen um ein relativ häufiges Phänomen handelt. Die Ursachen für die Explosionen sind dabei äusserst vielseitig und reichen von Beschädigungen durch Bauarbeiten bis hin zur vorsätzlichen Manipulation. Besonders oft führen Bauarbeiten wie beispielsweise Strassensanierungen oder ähnliches zu Lecks an Gasleitungen. So reicht bereits eine unachtsame Bewegung mit dem hydraulischen Arm des Baggers aus und die Rohrleitung bekommt eine Undichtigkeit. Bleibt das ausströmende Gas dann noch unentdeckt, kann sich genügend Gas mit Sauerstoff vermengen und der nächste Funke löst eine Kettenreaktion aus. Ein weiterer Grund für Unfälle ist aber auch das unsachgemässe Hantieren an Leitungen im Haus. Dies kann entweder durch Unachtsamkeit, grobe Fahrlässigkeit oder aber aus purem Vorsatz passieren, um beispielsweise einen Versicherungsbetrug zu begehen.

Wie können Probleme mit dem Gas bemerkt werden?

Zwar können die Ursachen für eine Gasexplosion äußerst unterschiedlich sein, der physikalische Ablauf der Explosion ist jedoch in den meisten Fällen sehr ähnlich. So tritt zuerst kontinuierlich Gas aus einer Undichtigkeit und sammelt sich am Boden, während es gleichzeitig in den Kontakt mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft kommt. Das entstehende Gemisch benötigt dann nur noch eine Zündquelle wie beispielsweise eine Zigarette oder einen elektrischen Funken und es gibt eine gefährliche Explosion. Da das Gas für das menschliche Auge praktisch unsichtbar ist, lässt sich ein Leck natürlicherweise nur durch den Geruchssinn wahrnehmen. Jedoch ist bei auftretendem Gasgeruch in der Regel schon eine grosse Menge aus den Leitungen entwichen, weshalb das Verlassen auf den Geruchssinn eine eher schlechte Schutzlösung darstellt.

Wesentlich sicherer sind hier passende Gassensoren, welche bereits bei geringer Konzentration Alarm schlagen können. Intelligente Systeme können dabei sogar die Richtung des Gasstromes ermitteln und so das Leck grob lokalisieren. Weiterhin sollten alle Gasanlagen in regelmässigen Abständen auf ihre Funktion überprüft werden, was in der Regel durch den lokalen Kaminfeger erfolgt.

Gas als Energieträger und das Risiko von Gasleitungen im Fazit

Grundsätzlich handelt es sich bei Gas zwar um einen nicht ganz ungefährlichen Energieträger, allerdings lässt sich das Risiko durch regelmässige Kontrollen sowie technische Schutzmassnahmen auf ein Minimum reduzieren. Des Weiteren sollten nur Fachkräfte an Gasanlagen hantieren, da die meisten Explosionen nach wie vor auf menschliches Einwirken zurückzuführen sind.

 

Symbolbild von Rainer Sturm / pixelio.de

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