Die international renommierte Rating-Agentur Standard & Poor's verleiht dem Kanton Aargau trotz schwieriger Finanzlage weiterhin die Bestnote. Das AAA-Rating widerspiegelt das hohe Vertrauen in die politische Führung des Kantons, den Finanzhaushalt mit einem ausgewogenen und zukunftsweisenden Sanierungskonzept ins Lot zu bringen.

Departement Finanzen und Ressourcen AG

Als wichtige Schlüsselfaktoren für das erneut hervorragende Rating nennt Standard & Poor's die im internationalen Vergleich starke Wirtschaft mit tiefer Arbeitslosenrate und einem hohen Wachstumspotenzial, das strategische und umsichtige Finanzmanagement der politischen Führung, die ausgezeichnete Liquidität und die tiefe Schuldenlast des Kantons.

Im Zentrum der Analyse durch Standard & Poor's stand die schwierige Finanzlage angesichts der steigenden Ausgaben – insbesondere im Bereich der Spitalfinanzierung – und der unter den bisherigen Erwartungen liegenden Steuereinnahmen. Die sehr positive Beurteilung basiert auf der Annahme, dass das vom Regierungsrat erarbeitete Konzept der "Gesamtsicht Haushaltsanierung" mit Nachdruck vorangetrieben und vom Grossen Rat politisch mitgetragen wird. Die geplanten Spar- und Reformmassnahmen wie auch die vorgesehene Steuererhöhung werden als eine zweckmässige Antwort auf die drohenden strukturellen Defizite erachtet. "Wir sind erfreut, dass unsere Langfriststrategie entsprechend positiv beurteilt wird", so Finanzdirektor Markus Dieth. Als eine besondere Stärke nennt Standard & Poor's den Umstand, dass die Haushaltsanierung auf der Grundlage einer 10-jährigen prospektiven Finanzperspektive und aus einer strategischen zukunftsweisenden Gesamtsicht angegangen wird, die neben der finanzpolitischen Stabilität auch eine Modernisierung des Kantons beabsichtigt.

Aus der Beurteilung durch Standard & Poor's geht aber auch hervor, dass das höchste Rating für den Kanton Aargau nur aufrechterhalten werden kann, wenn es gelingt, die Erfolgs- und Finanzierungsrechnung mittelfristig auszugleichen. Zu diesem Zweck setzt das Sanierungskonzept des Regierungsrats einerseits bei kurzfristigen Sanierungs- und Finanzmassnahmen und anderseits bei nachhaltig wirkenden Reformen zur Reduktion und Stabilisierung des Aufwandwachstums an. Damit eine dauerhafte finanzielle Sanierung des Staatshaushalts erreicht werden kann, werden insbesondere in den kostenintensiven Bereichen Reformen vorbereitet. Der Aufgaben- und Finanzplan (AFP) 2018–2021, der an der Medienkonferenz vom 25. August 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wird, weist dank den Sofortmassnahmen und der Finanzmassnahmen ein ausgeglichenes Budget 2018 auf.

Aufgrund gewisser Unsicherheiten bezüglich der Realisierung der Konsolidierungsziele und Umsetzung der angekündigten Sanierungsmassnahmen und Reformvorhaben hält die Rating-Agentur vorläufig am negativen Ausblick fest. In ihrem "Upside Scenario" stellt sie jedoch eine Aufwertung des Ausblicks auf stabil in Aussicht, sofern die geplanten Massnahmen zur Haushaltsanierung in ausreichendem Umfang und zeitnah umgesetzt werden. Dies erfordert gemäss Standard & Poor's auch vom Parlament ein klares Bekenntnis zur Haushaltskonsolidierung mit den vorgeschlagenen Massnahmen. Im Gegensatz droht im "Downside Scenario" der Verlust der Bestnote von AAA, sollten die Regierung und das Parlament von ihrer finanzpolitischen Zielsetzung abkommen und in der nächsten Planperiode grössere Defizite zulassen.

Standard & Poor’s gehört neben Moody’s und Fitch zu den wichtigsten internationalen Rating-Agenturen. Das Rating ist aufgrund der heutigen Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten noch wichtiger geworden als früher. Die Bonität von Schuldnern kann mit dem Rating jederzeit und ohne Aufwand beurteilt werden.

Dank des AAA-Ratings verfügt der Kanton Aargau über die höchste Schuldnerbonität. Diese ermöglicht dem Kanton, Geld zu extrem tiefen Zinsen aufzunehmen. Bei kurzfristigen Geldaufnahmen fallen gegenwärtig Negativzinsen an. Das Rating bestätigt, dass der Kanton über eine hohe Standortattraktivität verfügt. Von den heute in der Schweiz durch Standard & Poor’s direkt bewerteten acht Kantonen weisen neben dem Aargau die Kantone Zürich und Waadt ein Rating von AAA aus. Die anderen fünf Kantone haben ein AA-Rating.

 

Grafik soaktuell.ch

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