Etwas über 50 Personen namen am 1. Mai-Umzug in der Stadt Grenchen teil. Beschützt wurden sie von einem Grossaufgebot der Grenchner Stadtpolizei, die sich mit Polizeifahrzeugen und Patrouillen in Stellung brachten. Die Frage bleibt offen: "Wer füchtete sich vor wem?"

(Paul-Georg Meister)

Eine Handvoll 1-Mai-Demonstranten auf dem Marktplatz. (Foto: René Patzelt)

Zum ersten Mal seit 25 Jahren gab es in Grenchen wieder einen 1. Mai-Umzug. Etwas über 50 Leute hatten sich auf dem Grenchner Marktplatz eingefunden und begaben sich schliesslich auf einen rund 10-minütigen Marsch zum Parktheater, wo die offizielle Feier stattfand.

Im Grenchner-Tagblatt-online ist nachzulesen: „Der Marsch (...) verlief friedlich und ohne Zwischenfälle, obwohl die Polizei Stadt Grenchen den Umzug an den neuralgischen Stellen beobachtete.“ Ein Satz der zum Denken Anlass gibt. Obwohl also die Polizei beobachtete, kam es zu keinen Zwischenfällen. (?)

Nun, vielen Grenchnerinnen und Grenchner ist das grosse Polizeiaufgebot in der fast menschenleeren Stadt aufgefallen.

Doch warum wurde die Grenchner Stadtpolizei (sie untersteht direkt dem Grenchner Stadtpräsidenten) derart massiv aufgeboten? Erwartete man in den Reihen der Handvoll Grenchner SP-Mitglieder und Gewerkschafter Chaoten? Oder hatte man Angst davor, dass die 1-Mai-Demonstranten von den wenigen Spaziergängern in der praktisch leeren Innenstadt angegriffen werden könnten? Oder war es einfach mal wieder eine Machtdemonstration von Boris Banga?

Jedenfalls kam es (der Stadtpolizei sei Dank) tatsächlich zu keinen Zwischenfällen und Nationalrätin Margret Kiener Nellen konnte sich bei ihrer Rede im Parktheater dafür einsetzen, dass die Lohnschere, die Vermögensschere und die Steuerschere sich nicht weiter öffnen dürfen.

01.05.2012 | 1990 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode